Klimanotstand

Klimanotstand in Bochum

In einer Resolution des Rates der Stadt Bochum vom 06.06.2019 wurde der Klimanotstand ausgerufen (Engl.: Climate Emergency). Die Stadt Bochum verpflichtet sich mit Inkrafttreten dieser Resolution bei Entscheidungen die Auswirkungen auf das Klima sowie ökologische, gesellschaftliche und ökonomische Nachhaltigkeitsaspekte zu berücksichtigen und sofern es die Umstände zulassen immer die Handlungsoption bevorzugt zu behandeln, welche den Klimawandel oder dessen Folgen abschwächen. Seit der Gründung unserer Regionalgruppe Anfang November 2019 engagieren wir uns ehrenamtlich, um die Situation in Bochum mittels guter wissenschaftlicher Praxis zu bewerten und über die Klimakrise vor Ort aufzuklären. Zudem beraten wir Bürger*innen und Initiativen, die sich für mehr Umwelt- und Klimaschutz einsetzen.

Ausführliche Grundlagen, Analysen und Empfehlungen zur Situation in Bochum findet Ihr in unserem 100 Seiten umfassenden „Impulspapier zum Klimanotstand“. Darin liefern wir erstmals einen größeren wissenschaftlichen Überblick und Diagramme zum Klimanotstand, wie die oben dargestellten „Bochumer Warming Stripes“. Diese populäre und anschauliche Darstellung der Temperaturveränderung von 1912 bis 2019 in Bochum wurde mit Daten von der Ludger-Mintrop-Stadtklimastation erzeugt, welche uns dankenswerterweise vom Geographischen Institut der Ruhr-Universität Bochum zur Verfügung gestellt wurden. Das davon inspirierte und rechts zu sehende Bochum Logo kann unter Angabe der im Impulspapier genannten Quellen frei verwendet und weitergeteilt werden. Wir zeigen in unserem Impulspapier anhand der Wetterdaten zum Beispiel, dass Bochum sich in den letzten 100 Jahren bereits um etwa 1,8°C erhitzt, einen kompletten Monat Sommertage und ein Risiko von bis zu dreimal so vielen Hitzetagen (Tageshöchsttemperatur > 30°C) hinzu bekommen hat. Zudem haben wir uns die Treibhausgasbilanzierung der Stadt näher angeschaut und festgestellt, dass die Stadt ihre eigenen Klimaziele seit dem Jahr 2014 deutlich verfehlt.

Die Ausrufung des Klimanotstands in Bochum war ein richtiges und wichtiges Zeichen, aber in den Bereichen Klimaschutz/-anpassung, Mobilität, Energieversorgung, Umweltschutz und bei den politischen/finanziellen Rahmenbedingungen bestehen nach wie vor große Verbesserungspotenziale. Darüber hinaus erfordert der sich beschleunigende Klimawandel und das Risiko der Aktivierung von Kippelementen des Klimas bei Nicht-Erreichen des globalen 1,5 Grad Ziels, dass die Geschwindigkeit der nachhaltigen Transformation in Bochum erheblich gesteigert werden muss. Um möglichst effektive/n Klimaanpassung und Klimaschutz zu betreiben, empfehlen wir der Stadt Bochum in Übereinstimmung mit den Hauptaussagen des IPCC (Allg.: Weltklimarat) zur Einhaltung des 1,5 Grad Ziels, die Minderung von Treibhausgasemissionen mit den 17 Zielen zur nachhaltigen Entwicklung (Engl.: Sustainable Development Goals, SDGs) zu verknüpfen. Dadurch lassen sich lokale positive Auswirkungen (Synergien) oder negative Auswirkungen (Zielkonflikte) frühzeitig identifizieren und somit eine zukunftsfähige Stadtentwicklung erreichen, die gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit gleichberechtigt und wirkungsvoll verfolgt. Hier geht's zum kompletten Impulspapier (eine Kurzversion ist in Arbeit).

Mitmachen - Du zählst! #KeinGradWeiter

Schreib uns eine Email (s4f-bochum@posteo.de) mit ein paar Infos zu deinem wissenschaftlichen Hintergrund und Deiner Motivation für S4F. Wenn Deine Mitwirkung im Sinne der S4F-Charta möglich ist, nehmen wir Dich in unseren Email-Verteiler auf und lassen Dir detailliertere Informationen zu unserer Arbeit zukommen. Neben einer möglichen aktiven Mitwirkung bei Projekten kannst Du über den Email-Verteiler auch einfach auf dem Laufenden bleiben, was bei S4F und in Bochum passiert.